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Drahtlos

Das Interview mit Piet Copper



Das Interview führte Burkhard Kainka mit Piet Copper. Beide saßen in einem Ausflugslokal hoch über dem Baldeneysee in Essen, nahe der Stelle von der aus Dietrich Drahtlos mit seinem Magnetfahrzeug entschwunden sein soll.

Kainka: Herr Copper, ganz direkt gefragt: Hat es Dietrich Drahtlos wirklich gegeben?
Copper: Nein. Ich weiß auch gar nicht, wie die Leute darauf kommen. Schließlich steht doch ganz klar „ Roman“ drüber.
Kainka: Einige haben das sehr ernst genommen. Sogar ein paar Emails habe ich bekommen, die direkt an Drahtlos gerichtet waren. Könnte es nicht sein, dass hier und da reale Begebenheiten beschrieben wurden?
Copper: Das schon. Drahtlos ist so etwas wie die Personifizierung des Ingenieurs an sich, mit allen seinen Stärken und Schwächen und vor allem mit allen seinen Erfolgen und Misserfolgen.
Kainka: Sind die beschriebenen Katastrophen denn tatsächlich passiert?
Copper: Die meisten.
Kellner: Was wünschen die Herren?
Copper: Ein Bier.
Kainka: Ein Bier.
Copper: Aber jetzt will ich auch mal was fragen. Haben Sie die ganze Geschichte nicht eigentlich selbst geschrieben?
Kainka: Wieso?
Copper: Genaue Vergleiche zeigen auffällige Ähnlichkeiten im Schreibstil und offenbaren ähnliche Gedankengänge. Der stärkste Beweis ist aber, dass Drahtlos-Zitate schon vor dem Buch in der Bastelecke auftauchten.
Kainka: Dann muss ich es wohl zugeben, ich habe den Drahtlos selbst geschrieben.
Copper: Ist es ein autobiografischer Roman?
Kainka: Auf keinen Fall! Ich bin doch nicht Drahtlos!
Copper: Und warum dann das Pseudonym?
Kainka: Zu der Zeit habe ich auch ganz ernst gemeinte Bücher geschrieben, Messen Steuern Regeln über USB und sowas. Ich hatte Sorge, die Leute würden mir das wegen Drahtlos nicht mehr abnehmen.
Copper: Verständlich. Aber wenn ich nur Ihr Pseudonym bin, warum haben wir dann hier gerade zwei Bier bestellt? Ist das nicht irgendwie daneben? Ein Mensch, zwei Persönlichkeiten?
Kainka: Zwei sind nicht genug! Drei oder vier wär in Ordnung.
Kellner: Zwei Bier, die Herren.
Copper: Danke
Kainka: Danke


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