Die Zweifinger-Orgel
Die
Zweifinger-Orgel ist ein Musikinstrument für Könner und ähnlich
schwierig zu spielen wie das Theremin. Es handelt sich um einen
Oszillator, der über den gesamten Hörbereich abgestimmt werden kann.
Die eigentliche Schaltung hat nur zwei Transistoren und vier
Widerstände. Damit ein Oszillator daraus wird, fehlt noch ein
Kondensator, oder besser ein Drehkondensator mit großem Bereich und
großer Kapazität. Und dieser Kondensator wird durch die Fingerkontakte
gebildet.
Alles wurde mit der Batterie und einem kleinen Lautsprecher in eine
große Tic-Tac-Dose eingebaut. Zwei Drahtringe werden über zwei Finger
der gleichen Hand geschoben. Damit hat man einen Finger-Kondensator
mit wenigen Nanofarad. Wenn man nun die Finger zusammenzieht, steigt
der Druck auf die Drähte und damit die Kontaktfläche, genauer gesagt
die Fläche des Kondensators. Dann steigt die Kapazität, und die
Frequenz sinkt. Umgekehrt steigt die Frequenz, wenn man die Finger
streckt und damit entspannt.
Die Schwamm-Orgel
Im Elektor Circuit Special 2026 gab es den Spongillator
von Raymond Schouten. Er hatte rausgefunden, dass ein Zellulose-Schwamm
zu einem Kondensator werden kann, der beim Zusammendrücken seine
Kapazität vergrößert. Inzwischen habe ich solche Schwämme im eigenen
Haushalt entdeckt. Sie sind allerdings nur 5 mm dick und eher wie ein
Lappen zu verwenden. Mit so einem Schwamm habe ich meine
Zweifingerorgel umgerüstet. Er liegt leicht angefeuchtet zwischen einer Platine und einem
10-Cent-Stück als Gegenelektrode. Und tatsächlich, wenn ich
draufdrücke, wird der Ton tiefer. Der Tonumfang ist ähnlich wie bei der
Zweifingerorgel. Aber wenn ich überhaupt nicht auf die Münze drücke,
bleibt die Orgel stumm.
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